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Samstag, 24. September 2011
Gelesen: Plötzlich Shakespeare (von David Safier)
Rosa ist unglücklich. Sie ist eine durchschnittliche, pummelige Frau und ihr Ex-Freund, den sie immer noch liebt, heiratet. Das macht sie sehr unglücklich, denkt sie doch, sie und er wären füreinander geschaffen. Sie interveniert daher und muss eine Zurückweisung einstecken. Während ihrer darauf folgenden Depression trifft sie auch einen Wahrsager, der sie in einen anderen Körper versetzt, damit sie dort die wahre Liebe kennen lernt. Sie erwacht kurz darauf in dem Körper von William Shakespeare auf...

Auch David Safiers vorherige Bücher hatten schon etwas von kitschigen Frauenromanen. In seinem dritten Roman übertreibt er es aber damit. Wieder einmal ist die Hauptfigur weiblich, von durchschnittlicher Figur aber mit einer überguten Seele. Eigentlich hätte man alle bisherigen Frauen aus Safiers Romanen bis auf winzige Nuancen auch miteinander vertauschen können.

Während die anderen Romane aber immerhin leidlich komisch waren, ist das bei "Plötzlich Shakespeare" nicht mehr der Fall. Zunächst gerät Rosa in Shakespeares Zeit. Das wirkt seltenst authentisch. Safier gibt offen zu, dass er historische Begebenheiten wild mixt. Dabei kommt jedoch nichts wirklich witziges heraus. Stattdessen wird der Leser mit Standardwitzen, allerlei sexuellen Anspielungen und vielen peinlichen Situationen gelangweilt.

Der Aufenthalt im England des 16. Jahrhunderts dauert viel zu lang, der Aufenthalt in der heutigen Zeit ist dann wieder zu kurz. Rosa bekommt gerade einmal genügend Platz, um sich noch einmal so richtig zu blamieren. Danach kehrt sie wieder in Shakespeares Zeit zurück, um herauszufinden, was wahre Liebe bedeutet. Das Fazit, dass man erst geliebt werden kann, wenn man mit sich selbst im Reinen ist, ist zwar sinnig, wird aber auf sehr kitschige Art und Weise erreicht.

Man muss dem Buch aber immerhin zu Gute halten, dass das Fazit im Raum stehen bleibt. Rosa findet nicht noch auf den letzten Seiten ihren Traummann, auch wenn man sich vorstellen kann, wer das sein könnte. Dennoch hinterlässt "Plötzlich Shakespeare" einen sehr zwiespältigen Eindruck. Die Hautpfigur ist langweilig, der Witz kaum vorhanden und die Handlung nicht besonders originell. Dieser Roman von Safier kann nicht überzeugen.

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