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Donnerstag, 2. September 2010
Gelesen: Wächter der Ewigkeit (Sergej Lukianenko)
Auch der vierte Teil der Reihe besteht aus drei Einzelgeschichten, die sich im Nachhinein zu einem „großen Ganzen“ fügen. Diesmal steht in allen drei Teilen wieder Anton im Mittelpunkt. Er ist ein lichter Anderer und Mitglied in der Moskauer Nachtwache. In diesem Buch verschwimmen die Grenzen zwischen Licht und Dunkel noch mehr als in den vorherigen Romanen. Stattdessen wird klar, dass es diesmal einen gemeinsamen Feind gibt...

„Wächter der Ewigkeit“ ist bisher der letzte Band der Reihe. Daher hatte ich gehofft, dass die Geschichte diesmal abgeschlossener sein würde als in den Bänden zuvor. Das ist nicht der Fall. Licht und Dunkel stehen sich zum Schluss immer noch unversöhnlich gegenüber, obwohl die Ereignisse zeigen, dass das eigentlich gar nicht nötig wäre.

Trotzdem ist der Roman nicht schlecht. Wie gesagt, verschwimmen die Grenzen zwischen den beiden Wachen. Die Missionen, die Anton hier ausführen muss, bringen ihn auf die Fährte der „ewigen Wache“. Zu seiner Bestürzung muss er herausfinden, dass sich Mitglieder der lichten, dunklen Seite und der Inquistion zusammen getan haben. Sie wollen die Grundfesten der Magie ändern. Das wollen natürlich beide Seiten verhindern.

Diese Zusammenarbeit ist durchaus interessant, schließlich merkt man dadurch immer mehr, wie wenig Unterschiede es eigentlich zwischen dem Licht und dem Dunkel gibt. Letztendlich sind es nur ein paar unterschiedliche Angewohnheiten und eine andere Bezeichnung. Wobei die dunkle Seite natürlich noch immer ein wenig gewalttätiger ist.

Der Roman ist aber auch noch an einer anderen Stelle gelungener als seine Vorgänger. Immer wieder wird die Technik der Menschheit ins Spiel gebracht. Dabei wird häufig deutlich, dass die „Anderen“ häufig mit der Technik kaum etwas anfangen könne. An der Magie scheint die technologische Revolution teilweise vorbeigegangen zu sein. Das ist witzig mitzuerleben.

Außerdem bekommt man in diesem Roman mehr Einblicke in die Struktur der „Anderen“. Man erlebt die Arbeitsweise der Nachtwachen in Usbekistan und Schottland und einige Prozeduren an Flughäfen. Das ist interessant.

Der Roman ist trotz alledem auch noch übermäßig spannend. Obwohl der Autor nicht viel tut, um seine Charaktere weitere Tiefe zu geben, sind sie dem Leser schnell sympathisch. Dafür sorgt vor allem, dass Anton in erster Linie mal wieder Spielzeug ist und in mühevoller Kleinarbeit herausfinden muss, was ihm eigentlich gerade passiert.

„Wächter der Ewigkeit“ ist ein mitreißendes, spannendes Buch, das auch immer wieder mit netten Seitenhiebe auf unsere Gesellschaft glänzt.

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