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Montag, 24. Oktober 2011
Gesehen: Wir sind Wir
Letzten Freitag lief kurz vor eins eine sehr gelungene Dokumentation auf der ARD. Rosenstolz feiert das 20-jährige Bühnenjubiläum und die ARD hat dem Duo daher eine einstündige Dokumentation spendiert.

Der Aufbau der Doku verwundert zunächst. Denn es wird nicht etwa mit der Gründung der Band begonnen, sondern mit ihrer schwersten Phase, der chronischen Erschöpfung von Peter Plate. Doch schnell wird klar, dass es sich bei den anfänglichen Szenen lediglich um einen Teaser für die Sendung handeln soll. Dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack, dass der „Rahmen“ der Doku ausgerechnet dieses Ereignis sein soll.

Die Doku zeigt auf wunderbare Weise, welche Bandbreite Rosenstolz während ihrer 20-jährigen Arbeit erreicht haben. Dabei wird immer wieder thematisiert, dass sich das Duo den Erfolg hart erarbeiten musste und wenig geschenkt bekam.

Leider wird die Bandgeschichte zwar gut skizziert, dabei stehen aber willkürlich gewählte Lieder im Mittelpunkt. Hier wäre es vielleicht besser gewesen, die Alben zu nennen. Denn oft werden Ausschnitte wie „Die Zigarette Danach (1996)“ gezeigt. Dabei wird jedoch nicht erwähnt, dass lediglich der gezeigte Auftritt von 1996 ist, das Lied jedoch von 1994. Viele Alben werden nicht einmal beim Namen genannt, vom Album „Zucker“, immerhin das erste, das in die deutschen Top-10 gekommen ist, wird sogar kein einziges Lied angespielt.

Die Idee, die Geschichte nicht ganz chronologisch zu erzählen, ist jedoch gelungen. Zwar wird die Entwicklung des Duos dadurch nicht ganz klar, aber die Sprünge fordern den Zuschauer und stellen einige Zusammenhänge durchaus in ein neues Licht.

Die Doku zeigt an einigen Stellen, dass Rosenstolz überraschend authentisch geblieben sind. Selbst bei „Liebe ist Alles“ gibt Peter noch ohne Umschweife zu, dass große Textpassagen des Liedes einfach Klischees bedienen. Aber da er diese Klischees empfinde sei das kein großes Problem. Diese Offenheit wirkt sehr sympatisch.

An anderen Stellen wäre ein kritischer Blick jedoch angebrachter. So haben AnNa und Peter häufiger erwähnt, dass „Macht Liebe“ nicht nur differenziert von Fans aufgenommen wurde, sondern auch in ihren Augen nicht gänzlich gelungen war. Das tut dem Album in meinen Augen zwar unrecht, könnte aber durchaus erwähnt werden. Zudem die beiden die meisten Lieder überarbeitet und dann in einem wunderbaren Live-Album verwendet haben.

Es ist etwas anstrengend, dass grundsätzlich jede gezeigt Szene doppelt auf dem Bildschirm erscheint. Während das Fernsehformat durch die Bilder ausgefüllt ist, wird die Szene gleichzeitig noch einmal in einem Kasten darauf projiziert. Das ist am Anfang etwas anstrengend. Gegen Ende der Dokumentation wirkt das Konzept jedoch weitaus sympathischer und zum Schluss sogar richtig gut.

„Wir sind Wir“ zeigt auf wunderbare Seite die Vielfalt eines der erfolgreichsten deutschen Pop-Duos. Die Stunde unterhält selbst Menschen, die die Geschichte von Rosenstolz bereits kennen wunderbar, was ebenfalls für eine gute Dokumentation spricht. Die Sendung lieft am vergangenen Freitag und ist (wahrscheinlich aus rechtlichen Gründen) nicht in der ARD-Mediathek zu sehen. Wer sie verpasst hat, sollte sie bei einer möglichen weiteren Ausstrahlung unbedingt ansehen, gucken, ob Teile rechtswidrig bei Youtube hochgeladen wurden oder muss sich wohl einfach ärgern.

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