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Freitag, 11. November 2011
Gesehen: A History Channel Thanksgiving
Die Jungs bekommen den Auftrag, einen kritischen Text über "Thanksgiving" zu schreiben. Cartman hat darauf überhaupt keine Lust, hat aber auch eine vermeintlich geniale Idee. Da Thanksgiving naht, laufen im History Channel viele Dokumentationen über das Thema. Die müsse man sich lediglich angucken, dann ließe sich der Text ganz einfach schreiben. Die Dokumentationen auf dem Sender verkünden die "wahre" Geschichte hinter Thanksgiving: Sowohl die Indianer als auch die Pilger waren Außerirdische!

Nach einer Reihe schwächerer Episoden, amüsiert "A History Channel Thanksgiving" endlich wieder. Anhand eines der wichtigsten amerikanischen Feste, werden docudramas aufs Korn genommen. Diese Dokumentationsform verbreitet sich auch in Deutschland immer mehr. Während man auf N24 und ähnlichen Sendern gelgentlich erfahren kann, ob Hitler nun wirklich manisch depressiv oder doch eher schwul war, ist das Format in den USA noch viel verbreiteter.

Diese Episode nimmt die Arbeitsweise der Sender, die jeden vermeintlichen Wissenschaftler mit kruder These zu Wort kommen lassen, ins Visier und das ist komisch. Denn im Laufe der Folge landen auch Klyde und Stan als "Professoren" in einer Sendung des History Channels. Bei den Beweisen wird mit unglaublich präziser Methode gearbeitet. Das Highlight ist ein Professor der darauf verweist, dass in keinem Journal aus der Untersuchungszeit erwähnt wird, dass Aliens nicht bei Thanksgiving anwesend waren. Die kruden Thesen, dass sowohl Indianer als auch die Pilgerväter Außerirdische seien, erhärten sich paradoxer Weise dennoch. Die abgedrehte Episode enthüllt, dass es fünf Planeten gibt, die durch Wurmlöcher miteinander verbunden sind. Die Indianer und die Pilger leben auf einem und haben vor 300 Jahren auf der Erde Frieden geschlossen. Das ändert sich nun, nachdem die Indianer ein Friedensabkommen "gebrochen" haben, indem sie ihr Land zurückforderten.

Der History Channel will mit seinen Thesen auch die Verbrechen an den Indianern entkräften. Die Pilger seien nicht böse gewesen und hätten den Indianern nichts Böses getan. Das sei nur eine weiße Konstruktion. Diese These wird die ganze Zeit bestätigt und untermauert. Allerdings führend die Pilger zum Ende der Episode, nachdem sie wieder erstarkt sind, genau den Genozid an den Indianern durch, der von den Menschen in Zweifel gezogen wird.

"A History Channel Thanksgiving" ist eine gelungene "South Park"-Folge, die mit der Gutgläubigkeit der Menschen gegenüber Fernsehsendungen spielt und dazu noch eine gelunene und abgedrehte Handlung präsentieren kann.

Die Episode kann - wie alle "South Park"-Episoden - auf der Homepage der Serie angesehen werden.

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