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Freitag, 13. April 2012
Gesehen: Butterballs (South Park)
 

Butters wird zum dritten Mal in Folge von einem Mobber um sein Lunch-Paket gebracht. Alle finden das in Ordnung, nur Stan stört sich daran. Er gibt eine anonyme Beschwerde ab und kurz darauf erscheint ein Vertreter einer Anti-Mobbing-Initiative. Der Plan: Die Schüler sollen ein Video gegen Mobbing drehen (zu sehen in dem Clip oben) und sich auf diese Weise mit dem Thema auseinandersetzen. Niemand hat darauf Lust, also meldet Stan sich freiwillig. Unbewusst dreht er ein Video, dass die Mobbingstrukturen zementiert. Als dann ein wichtiges Filmunternehmen Interesse an dem Clip anmeldet, startet eine Bully-Kette.

Die Folge nähert sich auf amüsante Art und Weise einem ernsten Thema an. Als Stan ein Problem meldet, erscheint sofort eine Anti-Bully-Organisation. Selbstverständlich benutzt diese Organisation Bully-Methoden, um ihre Ziele durchzusetzen. So muss zunächst der Schulpsychologe so eingeschüchtert werden, dass er die Veranstaltung auch zulässt. In diesem Sinn geht die Folge weiter: Alle Charaktere erreichen ihre Ziele nur durch Bullying. Das findet meist auf dem Klo statt und gegen Ende gibt es eine nicht enden wollende Kette von Bully-Versuchen auf der Schultoilette. Bei der Ausrichtung der Serie ist es kein Wunder, dass auch Jesus zuletzt kräftig mitmischt.

Gut ist aber auch Stans Videokonzeption. Er benutzt Butters, um ein Mobbingopfer darzustellen. Damit stellt er Butters in den Mittelpunkt und offenbart vor allen dessen Schwächen. Das ist aber überhaupt nicht in Butters Sinn. In gewisser Weise setzt Stan das Mobbing somit fort, obwohl er ja eigentlich hehre Ziele verfolgt. Hier wird der schwierige Aspekt aufgegriffen, dass es immer schwierig ist, Mobbingopfer als Beispiele zu verwenden. Dabei besteht immer die Gefahr, diese weiter zu demütigen.

Alles in allem machen weder die Anti-Bully-Organisation noch Stan ein wirklich gutes Bild. Während Stan das am Ende aber immerhin wahrnimmt, bleibt die Organisation bei ihrer Verhaltensweise. An vielen Stellen wird zudem deutlich, dass Anti-Bully-Maßnahmen nicht das Hauptziel der Organisation sind. Viel wichtiger scheint es den Mitgliedern, den Status einer "nationalen" Organisation zu erlangen und nicht mehr nur die Organisation eines Bundesstaates zu sein. Diesem Ziel müssen sich andere unterordnen. Hier wird kritisiert, dass viele Hilfsorganisationen in erster Linie für sich selbst arbeiten und erst danach ihrer wahren Bestimmung nachgehen.

Sehr gelungen ist, dass der Zuschauer die ganze Zeit mitbekommt, wer Butters wahrer Mobber ist: Seine Großmutter. Das ist sehr absurd und sehr lustig. Dieser Handlungsstrang sorgt aber nicht nur für Amüsement, sondern bietet zum Schluss gar eine Lösung für das Problem an. Denn Butters wehrt sich mit den Methoden seiner Bedrängerin gegenüber einem audringlichen Fernsehmoderator, der ihn bezüglich seiner Rolle in Stans Film befragt. Dabei erkennt er, dass er sich mit Gewalt nicht wohlfühlt. Daraus leitet er ab, was für Gefühle seine Großmutter permanent empfinden muss und bemitleidet sie ein wenig. Bevor die Episode jedoch in Kitsch abgleiten kann, kommt Butters beste Erkenntnis: Nichts ist auf Dauer, irgendwann sind die Starken nicht mehr stark. Und in seinem Fall heißt das, seine Großmutter wird deutlich vor ihm sterben und dann wird er an ihrem Grab triumphieren.

Die Aussage, die Mobber sind die wahren Schwachen, kann natürlich nicht die Lösung sein. In dieser von Organisationswahnsinn geprägten, sehr amüsanten Folge erscheint es jedoch als die einzige Lösung. "Butterballs" ist eine gelungene Episode, die nicht nur unterhält, sondern auch ein ernstes, schwer zu lösendes Thema anspricht.

Die komplette Folge kann auf der deutschen Seite der Serie angesehen werden.

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