Gesehen: Furcht und Elend des Dritten Reiches

Am Berliner Ensemble ist das Stück in dem anliegenden „Pavillon“ inszeniert. Das ist ein gute Wahl. Der Raum ist recht klein, das Publikum sitzt sich gegenüber. Dadurch bleibt lediglich eine kleine Bühne übrig, das ganze hat Wohnzimmeratmosphäre. Das ist für das Stück gerade richtig, sind doch alle Szenen in kleinen Räumen angesiedelt.
Die Wohnzimmeratmosphäre sorgt jedoch rasch für Beklemmung. Wenn wie in der ersten Szene ein falsches Wort ausreicht, damit der Nachbar verhaftet und gefoltert wird oder gegen Ende die Eltern eines HJ-Jungen befürchten müssen, bei einem falschen Wort von ihrem Sohn verraten zu werden, dann wirkt das auf der kleinen Bühne ganz besonders beklemmend. Die Bandbreite der möglichen Gefühle im Stück ist groß.